1990

Wendezeit im Osten. Nichts war mehr wie vorher. Es gab Resignation bei den Menschen, die Nutznießer des alten Systems waren. Aufbruchsstimmung und viel Hoffnung in die Zukunft dagegen bei denen, die sich für diesen Umbruch eingesetzt hatten und ihre Chancen sahen. In dieser Zeit war alles möglich und wer den Mut hatte, begann seine Träume zu leben, so auch in Schwerin. Manfred Russ (Rechtsanwalt), der Mann der Stunde, kam aus Hamburg. Er suchte eine Firma, die ein spezielles Boot für ihn bauen sollte. Er fand die damals einzige Bootswerft in Schwerin, die Firma Boatec GmbH, vor der Wende „VEB Wiking“ und trug hoffnungsvoll seine Idee vor.
Jedoch war er nicht der einzige, der für seine Ideen eine ausführende Firma suchte. Viele „Glücksritter“, ob aus dem Westen oder dem Osten, durchstreiften das Land. Einige Firmen verbrannten sich an ihnen die Finger und lernten daraus. Andere wiederum verloren die Bodenhaftung und ruinierten sich. Aber es zeigte sich, dass Manfred Russ es ernst meinte auch wenn die gezeigten Bilder und Zeichnungen des Bootes in keiner Weise den Erwartungen der Unternehmer entsprachen.

1992

Im Jahr 1992 wurde dann die Firma BuK Boots- und Kunststoffbau GmbH gegründet. Firmengründer waren die Männer, die anfangs so ungläubig den Geschichten des Manfred Russ gelauscht hatten und dann die ersten Drachenboote in Deutschland bauten. Diese Firmengründung war für die Bootsbauer Bernd Hocker und Andreas Stankewitz der Schritt in die Selbstständigkeit, nachdem die Firma in der sie einmal gelernt und gearbeitet hatten durch die Treuhand liquidiert wurde.
Als Manfred Russ dann erneut vor ihnen stand, brauchte er keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Schnell waren drei weitere Drachenboote zur Verstärkung der bereits bestehenden Flotte beauftragt und gebaut.
Zwischenzeitlich tat sich viel in der Drachenbootszene. In Deutschland gründete sich der DDV Deutsche Drachenbootverband. Weltweit gab es in Europa zu dem damaligen Zeitpunkt bereits mehrere nationale Verbände, die sich im EDBF Europäischen Drachenbootverband organisierten. Auch einen internationalen Weltverband gab es bereits. ...

1993

Chris Hare, ein englischer Bootsbauer, hatte das Potential der Drachenboote ebenfalls erkannt. 1993 stellte er in England mittels modernster Fertigungsverfahren 50 Drachenboote aus Kunststoff her. Jedoch kopierte er für sein Boot ein original asiatisches hölzernes Hong-Kong Drachenboot und übernahm damit auch alle handwerklichen und konstruktiven Fehler dieses Traditionsbootes. Die Drachenbootszene in England, die bereits entsprechend groß und aktiv war, sah darin keinen Mangel. Die Boote schwammen und das Paddeln machte Spaß, was wollte man mehr.
Als die Entwicklung des Drachenbootsportes in Deutschland weiter vorangeschritten war, erkannte man schnell, dass man mehr Boote benötigte. Die 6 Boote des Herrn Russ waren konstruktiv dem Singapore Bootstyp angelehnt, damit größer und wuchtiger als die Boote des favorisierten Hong Kong Typs.
Der deutsche Drachenbootverband suchte nach einer Möglichkeit den deutschen Teams ein Serienboot zur Verfügung zu stellen. Manfred Russ war zwischenzeitlich Vizepräsident des Deutschen Drachenboot Verbandes. ...

1999

Durch die internationale Wahrnehmung des neuen Bootstyps in der Drachenbootszene dauerte es nicht lange bis die ersten Bestellungen aus dem Ausland eintrafen. Die Firma BuK GmbH betrat Neuland. Es wurde ein internationales Vertriebssystem aufgebaut, die ersten internationalen Veranstaltungen wurden besucht. Der eingeschlagene Kurs erwies sich als richtig. Von Jahr zu Jahr stieg die Zahl der Drachenbootbestellungen. Auch die Bestellungen aus dem Ausland nahmen stetig zu.
1999 konnte die Firma Great White Nord in Toronto als Händler für das International Racing Standard Dragon Boat gewonnen werden. Mike Kerkmann, der Chef des Unternehmens und selber Organisator von Drachenbootevents hatte aber seine eigenen Vorstellungen von einem Drachenboot. Die amerikanische Drachenbootszene hatte sich bisher nicht an den Entwicklungen einer einheitlichen Drachenbootspezifikation, sowie in Europa vorangetrieben, beteiligt. Man hatte eigene Ideen entwickelt und war auch nicht bereit diese speziellen Elemente der Bootskonstruktionen aufzugeben. Die Unterschiede waren nicht gravierend. ...

2001

vergab der IDBF die Weltmeisterschaft nach den USA. Philadelphia bekam den Zuschlag als ausführende Stadt. Mike Kerkmann, der kanadische Geschäftspartner erhielt den Zuschlag zur technischen Ausstattung der Veranstaltung. Dazu gehörten natürlich in erster Linie auch die vorhandenen Boote der BuK GmbH. Erstmalig in der Geschichte des Drachenbootsports wurden die Wettkämpfe auf einem einheitlichen Bootstyp ausgetragen. Alle Boote stammten aus einem Werkzeug, alle Boote waren technisch gleichwertig, alle Boote wurden in der BuK GmbH gebaut.
Die Resonanz der aktiven Sportler war überwältigend. Endlich faire Wettkämpfe. Den europäischen Teams fiel aber noch etwas anderes auf. Man hatte mehr Platz in den Booten! Dieses positive Stimmungsbild der Basis blieb auch den Offiziellen des IDBF nicht verborgen, und so wurde das von der BuK GmbH entwickelte Drachenboot „American Style“ über Nacht vom Internationalen Drachenbootverband (IDBF) anerkannt und konnte somit in Europa und dem Rest der Welt von allen Teams auf allen Veranstaltungen gefahren werden. ...

2004

Die jedes Jahr zu produzierenden Stückzahlen an Drachenbooten stiegen ständig. Die Kapazitätssteigerung machte es erforderlich die gesamte Fertigungstechnologie zu überdenken. So entschied man sich die Montagezeiten in der Drachenbootfertigung drastisch zu senken. Das gelang durch die Einführung einer komplett vorgefertigten Innenschale für das International Racing Standard Boat.
Das Ergebnis war eine Revolution in der Drachenbootszene. Das Design des Bootes wurde erheblich aufgewertet und einige noch vorhandene kleine Konstruktionsmängel konnten gleichzeitig beseitigt werden. Pünktlich zur Weltmeisterschaft 2005 in Schwerin war das neue Boot fertig. Hinzu kam, dass die BuK GmbH die in Schwerin stattfindende WM mit einem kompletten Bootspool auf Mietbasis ausstatten durfte. Alle am Start zur Verfügung gestellten Boote waren neu. Es gab nicht die geringsten Unterschiede in der Qualität. Die Spiele konnten beginnen und wurden sowohl sportlich als auch technisch ein großer Erfolg. Der BuK GmbH wird von ihren Kunden eine weltweite Marktführerschaft auf dem Gebiet des Drachenbootbaus nachgesagt. ...

2010

Innovation im Hause BuK, 2010 kam erstmals ein neuer Werkstoffs für die Decksleisten zum Einsatz. Das neue Material, ein Naturfaser-Verbundwerkstoff, besteht zu 70% aus Holzfaser und zu 30% aus Polypropylen und wird im Extrusionsverfahren hergestellt. Vorteile waren Stabilität und Leichtigkeit. Die Decksleisten waren nun weniger anfällig bei Paddelschlägen und besser vor Feuchtigkeit geschützt.
2010 wurden 20 BuK-Drachenboote nach Macau verkauft. Außer in Amerika, Australien, Europa, Afrika, Singapore und Japan fuhren nun deutsche Drachenboote auch im Ursprungsland des Drachenbootsports.
Für unsere chinesischen Mitbewerber war dieses Ereignis sicherlich nicht leicht hinnehmbar. Sie reagierten mit einer sehr stark expansiven auf Niedrigpreise aufgebauten Preispolitik. Ob in Amerika oder auch in Europa, der Internationale Drachenbootverband entschied sich in den nächsten Jahren, auf Grund des niedrigeren Preises, für die chinesischen Boote um die Weltmeisterschaften und Europameisterschaften auszurichten. Das Fazit nach den Weltmeisterschaften 2013 steht nun fest. ...

2015

Wir haben es mal wieder geschafft. Nach USA/ Philadelphia 2001, Germany/Schwerin 2005, 2007 Australien/ Sydney und China/ Macau 2005 haben wir 2015 wieder den Zuschlag für die Weltmeisterschaft in Welland/ Canada erhalten. Wir liefern für diese Weltmeisterschaft den gesamten Bootspool. Das sind 20 Standard Drachenboote und 13 High Performance Small Racing Boote. Im Besonderen der Einsatz der neuen HP Boote macht uns stolz, denn diese Boote bringen einen neuen Anspruch in den Drachenbootsport. Diese Boote sind konstruktiv und technologisch ausgefeilt und erfüllen die hohen Ansprüche unserer Leistungssportler nach einem entsprechend modernen Sportgerät. Aber wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken. Fakt ist, dass unsere chinesischen Mitbewerber diesen Bootstyp zuerst auf dem Markt gebracht haben. Für uns war das aber eine Gelegenheit offensichtliche konstruktive Fehler an diesem bereits vorhandenen Boot zu erkennen und in unserem eigenen Produkt zu vermeiden. Außerdem gaben wir dem Boot neben einer konstruktiv perfekten Linienführung ein modernes sportlich rassiges Design. ...

2016

Das neue High Performance Dragon Boat ist zwischenzeitlich am Markt angekommen. Immer mehr leistungsorientierte Teams haben sich zum Kauf dieses neuen Sportgerätes entschieden. Für Teams, die beabsichtigen auf den großen nationalen und internationalen Meisterschaften vorne mitzufahren, ist es absolut erforderlich auch im richtigen Boot zu trainieren. Nur so können die erforderlichen Leistungsspitzen auch im alles entscheidenden Wettkampf abgerufen werden.

Der DDV entschied sich in diesem Jahr ein weiteres Mal die Deutschen Meisterschaften in Schwerin auf einem von uns vermieteten Bootspool an HP Drachenbooten auszutragen. Gut, dass wir den Bootspool von 12 HP Drachenbooten noch vorgehalten haben und so die Veranstaltung absichern konnten. Bald muss hier aber eine andere tragfähige Lösung vom DDV und DKV erarbeitet werden, um die Ausstattung von Meisterschaften mit Booten zukünftig absichern zu können. Es gehört nicht zum Geschäftsmodell der BuK Drachenboote zu verleihen. ...

2017

In diesem Jahr betritt die BuK GmbH neue Wege. Es wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Firma BuK und der chinesischen Firma Pei Sheng abgeschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es die Marke BuK auch in Asien weiter auszubauen.
So produziert nun die Firma PeiSheng in originalen BuK Formen, auf der Grundlage der BuK Fertigungstechnolie PS- BuK Drachenboote für den asiatischen Markt.
Den Sparfüchsen sei gesagt, es ist nicht vorgesehen, den europäischen Markt für diesen Bootstyp zu öffnen. Die BuK wird weiterhin aktiv den europäischen Markt mit originalen in Deutschland produzierten BuK Drachenbooten bedienen.

In diesem Jahr wurde die Innenschale des Standard Drachenbootes einem Facelifting unterzogen. Die Trommelstuhlposition wurde etwas tiefer gelegt und der Trommelstuhl erhielt eine neue Arretierung zum Boot. Auch die Entwässerung der Decksflächen wurde optimiert, indem die Ablaufbohrungen im Rumpf vergrößert wurden. Alle anderen konstruktiven Merkmale der Innenschale als auch des Rumpfes blieben unangetastet. So ist der faire Einsatz der neuen Boote zusammen mit den Booten älterer Baureihen in einem Pool gewährleistet.

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Die Geschichte des modernen Drachenbootes , einmal aus einer etwas anderen Perspektive.

1990
Wendezeit im Osten. weiter lesenNichts war mehr wie vorher. Es gab Resignation bei den Menschen, die Nutznießer des alten Systems waren. Aufbruchsstimmung und viel Hoffnung in die Zukunft dagegen bei denen, die sich für diesen Umbruch eingesetzt hatten und ihre Chancen sahen. In dieser Zeit war alles möglich und wer den Mut hatte, begann seine Träume zu leben, so auch in Schwerin. Manfred Russ (Rechtsanwalt), der Mann der Stunde, kam aus Hamburg. Er suchte eine Firma, die ein spezielles Boot für ihn bauen sollte. Er fand die damals einzige Bootswerft in Schwerin, die Firma Boatec GmbH, vor der Wende „VEB Wiking“ und trug hoffnungsvoll seine Idee vor. Jedoch war er nicht der einzige, der für seine Ideen eine ausführende Firma suchte. Viele „Glücksritter“, ob aus dem Westen oder dem Osten, durchstreiften das Land. Einige Firmen verbrannten sich an ihnen die Finger und lernten daraus. Andere wiederum verloren die Bodenhaftung und ruinierten sich. Aber es zeigte sich, dass Manfred Russ es ernst meinte auch wenn die gezeigten Bilder und Zeichnungen des Bootes in keiner Weise den Erwartungen der Unternehmer entsprachen. Man lächelte verhalten während des Vortrags, denn man sah ein sehr schmales, bunt bemaltes, hölzernes Boot mit 12,50m Länge. Der Bug war geprägt durch einen riesigen bunten Drachenkopf mit herausragender Zunge. Auf den langen Fühlern des Kopfes steckten bunte Ping Pong Bälle. Auch das Heck hielt einen golden verzierten Schwanz. Es war ein Drachenboot mit 2000 jähriger Geschichte und einer traurigen Legende des chinesischen Staatsmannes und Poeten QU Yuan. Doch mit solch einem Produkt hatte niemand gerechnet, geschweige denn, darin eine Chance der Vermarktung gesehen. Dieses Boot schien eher in einem Erlebnispark oder auf einem Rummelplatz zu gehören. Doch Manfred Russ wollte nicht einfach aufgeben. Hartnäckig und überzeugend zeichnete er die Vision einer sich in Europa ausbreitenden neuen Fun-Sportart auf. Niemand ahnte damals, wie sehr er Recht behalten sollte. Da er mit seiner Kanzlei nach Schwerin gezogen war und von seinem Büro direkt auf den Pfaffenteich schauen konnte, lag die Idee nahe, auf diesem hervorragend platzierten Stadtsee ein Drachenbootevent, mit den noch zu bauenden Booten, zu organisieren. 1989 wurde in Hamburg bereits, anlässlich des 800. Hafengeburtstages, ein Drachenbootfestival mit traditionell asiatischen Booten auf der Binnenalster durchgeführt. Dieses 1. Drachenbootfestival in Hamburg war somit die Initialzündung des Drachenbootsports in Deutschland. Manfred Russ hatte sich wohl auf dieser Veranstaltung infizieren lassen und den Virus mit nach Schwerin gebracht.

1991
beauftragte Manfred Russ in Eigenregie den Bau der ersten 3 Drachenboote. Um einen Anhaltspunkt für die Konstruktion zu erhalten beschaffte er ein originales Drachenboot aus Singapure. Da niemand mit einer größeren Stückzahl an zu bauenden Booten rechnete, wurde eine sehr kostengünstige Produktionsform hergestellt. Manfred Russ kümmerte sich selbst um die Gestaltung der riesigen Drachenköpfe. Schnell standen dann 3 urtümlich anzuschauende ca. 600 kg schwere Drachenboote zur Auslieferung bereit. Die überzeugende Art des Hamburgers ließ auch die Schweriner Entscheidungsträger im Rathaus nicht kalt. Sie gaben den Pfaffenteich frei für das 1. Drachenbootspektakel in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Veranstaltung war ein riesiger Erfolg und der Beginn einer immer populärer werdenden Serie des jährlich stattfindenden Drachenbootfestivals. 2011 wurde der 20. Geburtstag dieses Festivals auf und um den Pfaffenteich in Schwerin gefeiert.


1992

Im Jahr 1992 wurde dann die Firma BuK Boots- und Kunststoffbau GmbH gegründet. Firmengründer waren die Männer, die anfangs so ungläubig den Geschichten des Manfred Russ gelauscht hatten und dann die ersten Drachenboote in Deutschland bauten. Diese Firmengründung war für die Bootsbauer Bernd Hocker und Andreas Stankewitz der Schritt in die Selbstständigkeit, nachdem die Firma in der sie einmal gelernt und gearbeitet hatten durch die Treuhand liquidiert wurde. Als Manfred Russ dann erneut vor ihnen stand, brauchte er keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Schnell waren drei weitere Drachenboote zur Verstärkung der bereits bestehenden Flotte beauftragt und gebaut. Zwischenzeitlich tat sich viel in der Drachenbootszene. In Deutschland gründete sich der DDV Deutsche Drachenbootverband. Weltweit gab es in Europa zu dem damaligen Zeitpunkt bereits mehrere nationale Verbände, die sich im EDBF Europäischen Drachenbootverband organisierten. Auch einen internationalen Weltverband gab es bereits. Der Drachenbootsport war also auf dem Vormarsch, kurios war dabei nur, dass sich hier eine neue Sportart entwickelte und das ganz ohne einheitliches Sportgerät. Traditionell werden in Asien in jeder Region andere Drachenboottypen gefahren. Selbst innerhalb einer Region gibt es zwischen den Booten große Abweichungen. Das ist nicht weiter verwunderlich. Die Grundkonstruktion der Drachenboote ist älter als 2000 Jahre. Die handwerklichen Fähigkeiten und das Wissen um diese Boote wurden über die Jahrtausende von Generation zu Generation von Hand zu Hand oder von Mund zu Mund weitergegeben. So hatte jeder Bootsbauer seine eigene Handschrift. Überregional wurden die Boote nicht eingesetzt, so dass zumindest immer ein Mindestanspruch in der Vergleichbarkeit der Boote innerhalb einer Region gegeben war. Für die traditionellen Festivals damals und auch heute ausreichend. Mit der Entstehung einer internationalen Drachenbootszene und einer sportlichen Nutzung der Boote stiegen die Ansprüche und die Frage nach dem richtigen Bootstyp kam auf. Man kann sich leicht vorstellen, dass es zu diesem Thema viele Meinungen gab. Es mussten Tatsachen geschaffen werden.

1993

Chris Hare, ein englischer Bootsbauer, hatte das Potential der Drachenboote ebenfalls erkannt. 1993 stellte er in England mittels modernster Fertigungsverfahren 50 Drachenboote aus Kunststoff her. Jedoch kopierte er für sein Boot ein original asiatisches hölzernes Hong-Kong Drachenboot und übernahm damit auch alle handwerklichen und konstruktiven Fehler dieses Traditionsbootes. Die Drachenbootszene in England, die bereits entsprechend groß und aktiv war, sah darin keinen Mangel. Die Boote schwammen und das Paddeln machte Spaß, was wollte man mehr. Als die Entwicklung des Drachenbootsportes in Deutschland weiter vorangeschritten war, erkannte man schnell, dass man mehr Boote benötigte. Die 6 Boote des Herrn Russ waren konstruktiv dem Singapore Bootstyp angelehnt, damit größer und wuchtiger als die Boote des favorisierten Hong Kong Typs. Der deutsche Drachenbootverband suchte nach einer Möglichkeit den deutschen Teams ein Serienboot zur Verfügung zu stellen. Manfred Russ war zwischenzeitlich Vizepräsident des Deutschen Drachenboot Verbandes. Der amtierende Präsident, Herr Rieger nutzte seine Kontakte zu einer bekannten Hamburger Handelsorganisation, der Hong Kong Tourist Association, die sich bereit erklärte, in England von Chris Hare einen alten abgelegten Formensatz zu kaufen und im Rahmen eines Sponsoring dem Deutschen Drachenbootverband zur Verfügung zu stellen. Da Manfred Russ von der Leistungsfähigkeit und der Qualität der jungen BuK GmbH überzeugt war, lag es nahe, dieses Unternehmen zu fragen, ob ein Interesse bestehe, Drachenboote aus der alten englischen Form für den deutschen Markt zu produzieren.

1994
Die Firma BuK GmbH war jung, suchte Aufträge und hatte bereits ein gutes Gefühl für den sich ausbreitenden Drachenbootsport entwickelt. So kam es, dass 1994 eine Vereinbarung zwischen dem Deutschen Drachenbootverband und der BuK GmbH getroffen wurde. Der Verband nutzte seine bereits bestehenden Strukturen einen ersten Kundenkreis für die neuen Boote aufzubauen. Die BuK GmbH übernahm den Leistungsanteil den sie beherrschte, den Bau der Boote. Ein großes Problem stellte Anfangs die Beschaffung der Trommel und der Drachenköpfe und -schwänze dar. Aber auch hier half der Deutsche Drachenbootverband. Über Hong Kong Tourist Association wurden die Originalteile beschafft und so stand dem Bau und dem Vertrieb der leichteren und wettkampftauglicheren Hong Kong Drachenbootsklasse nichts mehr im Wege. Die ersten Kunden innerhalb des Verbandes waren schnell zur Stelle. Über den Newsletter (04.08.1994) des DDV wurde die Information verbreitet, dass ab Frühjahr 1995 in Deutschland Drachenboote gebaut werden. Weiterhin wurde bekannt gegeben, dass die BuK GmbH in Deutschland die einzige zugelassene Werft für dieses Boot sei und dass das Boot vom Europäischen Drachenbootverband als Europäisches Drachenboot anerkannt worden ist. Die Bestellungen gingen danach zügig beim DDV ein und wurden von Herrn Rieger an die BuK GmbH weitergeleitet. Die Freude in der Firma war groß. Das junge Unternehmen wartete gespannt auf die Lieferung der Drachenbootformen aus England. Auch die Motivation war groß. Man wollte die Leistungsfähigkeit des Unternehmens unter Beweis stellen. Da waren ein neues Produkt und ein neuer sich bildender Markt genau die Chance auf die man gewartet hatte und die man brauchte. Die Ernüchterung kam an dem Tag, an dem die Drachenbootform geliefert wurde. Es musste wohl die Form gewesen sein, in der Chris Hare in England die ersten 60 Drachenboote produziert hatte. Die Form war völlig verschlissen, bestand aus mehreren Teilen und man sah ihr an, dass sie von einem original hölzernen Drachenboot kopiert wurde. Die Flächen waren in ihrer Flächengeometrie katastrophal, sie waren matt und zum Teil beschädigt. Die Linienführungen (Strak) des Bootes waren unsauber. Das Fazit: In dieser Form konnte kein hochwertiges Drachenboot gebaut werden. Außerdem fehlten jegliche Aussagen zum Ausbau des Bootes. Eine Menge Fragen taten sich auf. Wo sind die optimalen Sitzbankpositionen? Wo genau steht der Trommlerstuhl? Selbst die Position des so wichtigen Ruderbalkens war nicht klar. Die erste Reaktion der BuK GmbH auf diese Probleme war ein sehr emotional geführtes Telefongespräch mit dem Vorsitzenden des DDV, Herrn Rieger. Dieser war sich des Problems nicht bewusst. Niemand im Verband hatte die fachliche Kompetenz, um die Wertigkeit der Form einzuschätzen. Bald war klar, man hatte Schrott besorgt! Es gab kein Zurück, die ersten Bestellungen lagen vor. Der BuK GmbH wurde schnell klar, wenn sie die Drachenboote nicht baute, gäbe es sicher eine andere Bootsbaufirma, die schmerzfrei, auch aus den mangelhaften Formen Drachenboote bauen würde. So entschloss man sich die Herausforderung anzunehmen und das Beste aus der Situation zu machen. Mittels aufwendiger Formrestauration wurden Schäden beseitigt und die Flächen wieder auf Hochglanz gebracht. Die Grundkonstruktion konnte jedoch leider nicht korrigiert werden. Die traditionellen Ungenauigkeiten blieben bestehen. Ausführliche Recherchen und Überlegungen waren Grundlage für die räumliche Positionierung der Duchten (Sitzbänke), des Trommlerstuhls und des Ruderbalkens. Alles sehr wichtige Details, die maßgeblichen Einfluss auf den Trimm des Bootes und somit auf seine Fahreigenschaften hatten. Weiterhin war es der BuK GmbH sehr wichtig, dass neue Drachenboot auch modern zu präsentieren. So plante man zeitgemäß zu dem modernen Kunststoffrumpf auch die Sitzbänke und Decksleisten aus pflegeleichtem Kunststoff zu fertigen. Diese Variante wurde jedoch später verworfen, da für die International Dragon Boat Federation gerade die Holzelemente das Traditionelle des Bootes wiederspiegelte. Der Drachenkopf, der Drachenschwanz und die Trommel, die extra aus Hong Kong importiert wurden, rundeten schließlich den Gesamteindruck des neuen Drachenbootes ab. Das Boot konnte sich sehen lassen.

1995
wurden von diesem Bootstyp bereits 12 Boote gebaut und den Vereinen übergeben. Die Kunden waren glücklich. Sie hatten ihr eigenes Drachenboot! Der Blick auf das Produkt war jedoch nicht sehr kritisch, der direkte Vergleich fehlte. Die Rumpfform war handwerklich sauber gearbeitet, hatte jedoch massive konstruktive Mängel. Was nützte das größte handwerkliche Können, wenn die Form, des zur Verfügung stehenden Werkzeuges, nur Mittelmaß war? Allein die Unzufriedenheit der Geschäftsführung der BuK GmbH war schließlich ausschlaggebend, weshalb dieses Boot nur eine Übergangslösung sein sollte. Der Drachenbootsport hatte sich zwischenzeitlich auch über Deutschland hinaus stark weiterentwickelt. Neben vielen nationalen Verbänden, gründete sich der europäische Drachenbootverband (EDBF) und der internationale Drachenbootverband (IDBF). Das Besondere an der Situation war jedoch, dass sich aus einem traditionsverpflichteten Festival auf traditionellen Sportgeräten eine neue international aktive Fun- aber auch leistungsorientierte Sportart entwickelte, die jedoch noch immer nicht über die Sportgeräte verfügte, die einen fairen und vergleichbaren Wettkampf ermöglichten. Zu viele Bootstypen und zu schlechte Materialqualitäten dominierten die Wettkämpfe. Es gewann nicht zwingend das beste Team. Es gehörte immer auch ein wenig Glück dazu, im entscheidenden Wettkampf auch ein gutes Boot zu erhalten. Diese Situation führte auch in den Teams zu Unzufriedenheit und einer Menge Diskussionen. Die BuK GmbH konnte und wollte sich nicht mit der erzwungenen minderwertigen Qualität des von ihr gebauten Drachenbootes abfinden. Eine Lösung musste her. So wurde Ende 1995 ein Angebot erarbeitet und dem DDV vorgelegt. Das Konzept sah, auf der Grundlage der traditionellen Bootsdaten, eine völlig neue Bootskonstruktion vor. So sollte die Linienführung des Rumpfes optimiert und auch alle anderen konstruktiven Details auf den Prüfstand gestellt werden. Ziel war es, ein einheitliches, vermessbares Drachenboot zu konstruieren und zu bauen. Dann könnte man den Dachverbänden ein Klassenboot in die Hände geben das allen internationalen Standards entsprechen würde. Die Antwort des DDV war kurz aber eindeutig. „Wir wissen um die Notwendigkeit eines solchen Bootes. Der Verband hat für die erforderlichen Leistungen jedoch kein Geld.“ Andreas Stankewitz, einer der beiden Geschäftsführer der BuK GmbH, hatte sich vor Abgabe des Angebotes bereits intensiv mit der Historie und der Konstruktion der traditionellen Drachenboote auseinandergesetzt. Aus Interesse an der Sache, hatte er bereits 1993 begonnen ein Drachenboot zu konstruieren. Dieses war angelehnt an den Grundmaßen des Hong Kong Typs, aber es sollte anders als bis dahin allen Anforderungen eines vermessbaren Klassenbootes gerecht werden. Was zum damaligen Zeitpunkt niemand wusste, nach aktuellem Wissenstand war er weltweit der Erste, der ein Drachenboot konstruktiv bearbeitet hatte. Somit hatte er die Grundlage für das moderne, heute weltweit anerkannte Internationale Racing Standard Drachenboot gelegt. Die BuK GmbH entschied sich 1995 diese eigene Konstruktion zu nutzen und auf eigene Kosten und eigenes Risiko den Modell- und Formenbau zu starten. Der nachfolgend gebaute Prototyp wurde anschließend dem völlig überraschten Deutschen Drachenbootverband vorgestellt. Der Verband bescheinigte der BuK GmbH, nach intensiver Begutachtung und Testfahrt, dass dieses Boot allen Anforderungen gerecht wurde. Deutschland verfügte somit als erste Nation über ein vermessbares Klassen-Drachenboot. Manfred Russ, der Mann der ersten Stunde, war zwischenzeitlich Präsident des DDV geworden. Er informierte den Europäischen Drachenboot Verband, dass es in Deutschland von nun an ein Klassenboot gäbe, das höchsten Anforderungen gerecht werde. Der Präsident des Europäischen Drachenboot Verbandes, Mike Haslam, initiierte daraufhin kurzfristig eine internationale Ausschreibung. Hintergrund dieser Entscheidung war die Tatsache, dass es mittlerweile auch neben dem Bootsbauer der 1. Stunde (Chris Hare) in England und der BuK GmbH auch eine Firma in Italien (Donoratico) und eine Firma in Holland gab, die Drachenboote produzierten. Diesen Firmen sollte nun Gelegenheit gegeben werden ebenfalls eine eigene Bootskonstruktion zu erarbeiten. Am 27.9.1995 wurde in, London in den Geschäftsräumen des Europäischen Drachenbootverbandes, ein Meeting einberufen, zu dem alle Bootsbauer eingeladen waren. Jeder konnte so seine Entwicklung eines zukünftigen Europäischen Standard Drachenbootes präsentieren und vor der internationalen technischen Kommission verteidigen. Andreas Stankewitz von der BuK GmbH konnte mit seiner Präsentation der mitgebrachten Konstruktionszeichnungen eindrucksvoll beweisen, dass seine Konstruktion allen Anforderungen an ein vermessbares Klassendrachenboot gerecht werden würde. Die eingereichte Konstruktion wurde anschließend vom EDBF als verbindlich erklärt.

1996
Die offizielle Bestätigung erhielt die BuK GmbH, nach der Vorstellung des Prototypen und dessen Vermessung, auf der Tagung der European Dragon Boat Association am 22.4.1996 in Rom. Die European Dragon Boat Association bedankte sich förmlich für den geleisteten Beitrag, den die Buk GmbH zur Entwicklung eines einheitlichen Europäischen Standard Drachenbootes erbracht hatte. Die International Dragon Boat Federation zog unmittelbar nach dieser Entscheidung nach und akzeptierte das von BuK gebaute Drachenboot als „International Racing Standard Dragon Boat“. Das war der Ritterschlag. Zum damaligen Zeitpunkt war die BuK GmbH die einzige Firma weltweit, die den neuen Bootstyp bauen und als Klassenboot vertreiben durfte.


1999
Durch die internationale Wahrnehmung des neuen Bootstyps in der Drachenbootszene dauerte es nicht lange bis die ersten Bestellungen aus dem Ausland eintrafen. Die Firma BuK GmbH betrat Neuland. Es wurde ein internationales Vertriebssystem aufgebaut, die ersten internationalen Veranstaltungen wurden besucht. Der eingeschlagene Kurs erwies sich als richtig. Von Jahr zu Jahr stieg die Zahl der Drachenbootbestellungen. Auch die Bestellungen aus dem Ausland nahmen stetig zu.
1999 konnte die Firma Great White Nord in Toronto als Händler für das International Racing Standard Dragon Boat gewonnen werden. Mike Kerkmann, der Chef des Unternehmens und selber Organisator von Drachenbootevents hatte aber seine eigenen Vorstellungen von einem Drachenboot. Die amerikanische Drachenbootszene hatte sich bisher nicht an den Entwicklungen einer einheitlichen Drachenbootspezifikation, sowie in Europa vorangetrieben, beteiligt. Man hatte eigene Ideen entwickelt und war auch nicht bereit diese speziellen Elemente der Bootskonstruktionen aufzugeben. Die Unterschiede waren nicht gravierend. Wichtigster Unterschied war die Ausstattung der amerikanischen Boote mit nur 10 Sitzbänken, anstatt der 13 Bänke in den Europäischen Booten. Hinzu kam eine etwas andere Profilform des Decks. Die BuK GmbH informierte den IDBF, dass sie Drachenboote nach Nordamerika exportieren wolle. Die darauf folgende Antwort war eindeutig. „Dieses ginge nur, wenn der amerikanische Markt das in Europa spezifizierte International Racing Standard Dragon Boat anerkenne.“ Nachdem aber bereits 6 Drachenboote in abweichender Bauweise in die USA geliefert wurden und weitere 10 bestellt, musste die BuK GmbH erneut eine einsame Entscheidung fällen. Den wirtschaftlichen Gesetzen folgend, entschied man sich für den Bau der dem amerikanischen Markt angepassten Drachenboote. So wurden Tatsachen geschaffen. Da die BuK GmbH ihre Urheberrechte an der eigenen Bootskonstruktion nie abgegeben hatte und auch keine vertraglichen Barrieren zwischen dem IDBF und der BuK GmbH standen, war diese Entscheidung möglich. Alle anderen, in den nachfolgenden Jahren zertifizierten Bootsbauer hatten keine Möglichkeit außerhalb des IDBF Reglements eigene Bootstypen zu entwickeln. Diese Sonderstellung der BuK GmbH ermöglichte es Innovationen umzusetzen, die langfristig wieder der gesamten Drachenbootszene zugutekamen.


2001
vergab der IDBF die Weltmeisterschaft nach den USA. Philadelphia bekam den Zuschlag als ausführende Stadt. Mike Kerkmann, der kanadische Geschäftspartner erhielt den Zuschlag zur technischen Ausstattung der Veranstaltung. Dazu gehörten natürlich in erster Linie auch die vorhandenen Boote der BuK GmbH. Erstmalig in der Geschichte des Drachenbootsports wurden die Wettkämpfe auf einem einheitlichen Bootstyp ausgetragen. Alle Boote stammten aus einem Werkzeug, alle Boote waren technisch gleichwertig, alle Boote wurden in der BuK GmbH gebaut. Die Resonanz der aktiven Sportler war überwältigend. Endlich faire Wettkämpfe. Den europäischen Teams fiel aber noch etwas anderes auf. Man hatte mehr Platz in den Booten! Dieses positive Stimmungsbild der Basis blieb auch den Offiziellen des IDBF nicht verborgen, und so wurde das von der BuK GmbH entwickelte Drachenboot „American Style“ über Nacht vom Internationalen Drachenbootverband (IDBF) anerkannt und konnte somit in Europa und dem Rest der Welt von allen Teams auf allen Veranstaltungen gefahren werden. Ebenfalls im Jahre 2001 konstruierte Andreas Stankewitz dann das Junior Drachenboot. Die BuK GmbH übergab dem IDBF im gleichen Jahr, auf der Grundlage eines Vertrages, die entsprechenden Konstruktionsunterlagen. Auch dieses Boot erfreut sich seitdem einer wachsenden Beliebtheit in der Drachenbootszene.


2004
Die jedes Jahr zu produzierenden Stückzahlen an Drachenbooten stiegen ständig. Die Kapazitätssteigerung machte es erforderlich die gesamte Fertigungstechnologie zu überdenken. So entschied man sich die Montagezeiten in der Drachenbootfertigung drastisch zu senken. Das gelang durch die Einführung einer komplett vorgefertigten Innenschale für das International Racing Standard Boat. Das Ergebnis war eine Revolution in der Drachenbootszene. Das Design des Bootes wurde erheblich aufgewertet und einige noch vorhandene kleine Konstruktionsmängel konnten gleichzeitig beseitigt werden.

2005
Pünktlich zur Weltmeisterschaft 2005 in Schwerin war das neue Boot fertig. Hinzu kam, dass die BuK GmbH die in Schwerin stattfindende WM mit einem kompletten Bootspool auf Mietbasis ausstatten durfte. Alle am Start zur Verfügung gestellten Boote waren neu. Es gab nicht die geringsten Unterschiede in der Qualität. Die Spiele konnten beginnen und wurden sowohl sportlich als auch technisch ein großer Erfolg. Der BuK GmbH wird von ihren Kunden eine weltweite Marktführerschaft auf dem Gebiet des Drachenbootbaus nachgesagt. Diese Marktführerschaft basiert in erster Linie auf eine über Jahre andauernde zuverlässige und berechenbare Marktpräsenz, auf eine ebenso verlässliche Qualität der Boote und nicht zuletzt darauf, dass das Unternehmen immer Innovativ tätig sein konnte, die vielen Hinweise aus der Drachenbootszene aufnehmen und konstruktiv umsetzen konnte.

2007
erhielt die BuK den Auftrag die Weltmeisterschaft in Sydney Australien auszustatten. Diese WM war für die BuK ein weiterer großer Erfolg und festigte die internationale Marktposition erheblich. Das Ergebnis von 18 Jahren Drachenbootbau konnte sich sehen lassen.

2008
wurde das 1000. Drachenboot in der BuK GmbH gebaut.


2010
Innovation im Hause BuK, 2010 kam erstmals ein neuer Werkstoffs für die Decksleisten zum Einsatz. Das neue Material, ein Naturfaser-Verbundwerkstoff, besteht zu 70% aus Holzfaser und zu 30% aus Polypropylen und wird im Extrusionsverfahren hergestellt. Vorteile waren Stabilität und Leichtigkeit. Die Decksleisten waren nun weniger anfällig bei Paddelschlägen und besser vor Feuchtigkeit geschützt. 2010 wurden 20 BuK-Drachenboote nach Macau verkauft. Außer in Amerika, Australien, Europa, Afrika, Singapore und Japan fuhren nun deutsche Drachenboote auch im Ursprungsland des Drachenbootsports. Für unsere chinesischen Mitbewerber war dieses Ereignis sicherlich nicht leicht hinnehmbar. Sie reagierten mit einer sehr stark expansiven auf Niedrigpreise aufgebauten Preispolitik. Ob in Amerika oder auch in Europa, der Internationale Drachenbootverband entschied sich in den nächsten Jahren, auf Grund des niedrigeren Preises, für die chinesischen Boote um die Weltmeisterschaften und Europameisterschaften auszurichten.

2013
Das Fazit nach den Weltmeisterschaften 2013 steht nun fest. Ich möchte es hier nicht weiter dokumentieren. Aber eines ist deutlich zu erkennen. Nur der Preis alleine sollte niemals Grundlage für derartige Entscheidungen sein. Ich denke die aktiven Paddler werden sehr wohl die Fachkunde haben um die Qualität vor den Preis zu stellen. Interessant war auf jeden Fall, dass der IDBF ein Neues, bisher nicht zertifiziertes Small Drachenboot auf den Veranstaltungen zuließ. Es war objektiv ein Bruch mit den bisherigen Idealen des Internationalen Drachenbootverbandes, die bisher die Tradition des Drachenbootsports und somit die Vereinbarkeit von Breitensport und Leistungssport in einem Boot absicherte. Die auf Leistung orientierten Drachenbootsportler signalisierten, dass sie dieses Boot in leistungsorientierten Wettkämpfen dem bisherigen Juniorboot vorziehen würden. Auch der IDBF signalisierte, dass dieses Boot eine Zertifizierung erhalten soll. Die Faktenlage zwang uns daher mit dem Bau eines entsprechenden High Performance Small Racing Dragon Boats zu beginnen. Es muss aber an dieser Stelle ganz klar gesagt werden, dass dieses neue Boot ein reines Wettkampfboot ist und nur für trainierte und auf dem Boot ausgebildete Sportler geeignet ist. Somit wird das bisherige Junior Drachenboot im Fun- und Breitensport weiter seine Berechtigung behalten.

2014
Nachdem im Jahr 2013 auch die Europameisterschaft in Hamburg auf Drachenbooten unserer Mitbewerber ausgetragen wurde, sahen wir uns in unseren Bemühungen bestätigt, 2014 den Bau des neuen Small Racing Bootes voranzutreiben. Zielstellung war, das neue Boot auf der Deutschen Meisterschaft in Schwerin zu präsentieren. So kamen neben den bewährten BuK Standarddrachenbooten 12 werftneue High Performance Small Racing Drachenboote zum Einsatz. Unter recht schwierigen Wetterbedingungen konnten die neuen Boote, nach anfänglicher Unsicherheit und Skepsis, die leistungsorientierten Sportler schnell überzeugen. Mike Thomas vom IDBF besuchte die Deutsche Meisterschaft und inspizierte den neuen Bootstyp. Zwei Tage nach der Deutschen Meisterschaft erhielt die BuK die Zusage der Zertifizierung des Bootes durch den IDBF.
Das neue HP Small Racing Standard Dragon Boat, so soll es nun offiziell heißen, ist ein ausgesprochenes Wettkampfboot und nur geeignet für trainierte Teams. Der Umgang mit diesem Boot muss geübt werden. Es ist gefühlt kipplig, dafür aber schnell. Auch das Gewicht wurde auf 138 kg reduziert. Alles in Allem ein reines Sportgerät mit dem man auch ebenso umgehen muss. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich sagen, dass wir diese Entwicklung im Drachenbootsport nicht angeschoben haben. Wir haben reagieren müssen, da der IDBF und auch der DDV die Türen für eine technische Weiterentwicklung geöffnet haben. Nun sind wir neugierig wie es weitergehen wird. Viele Fragen tun sich auf. Fakt ist, dass es mit diesem neuen Boot nun erstmalig eine Trennung zwischen Breitensport und Leistungssport geben wird. Bleibt abzuwarten wie verantwortungsbewusst unsere Verbandsfunktionäre mit dieser Situation umgehen werden. Wir möchten klar betonen, Drachenbootsport lebt in erster Linie vom Breitensport. Der Leistungssport krönt diese Sportart. Beides weiter geschickt miteinander zu verbinden, so wie in den vergangenen 22 Jahren erfolgreich geschehen, ist eine echte Herausforderung, die es zu meistern gilt.


2015
Wir haben es mal wieder geschafft. Nach USA/ Philadelphia 2001, Germany/Schwerin 2005, 2007 Australien/ Sydney und China/ Macau 2005 haben wir 2015 wieder den Zuschlag für die Weltmeisterschaft in Welland/ Canada erhalten. Wir liefern für diese Weltmeisterschaft den gesamten Bootspool. Das sind 20 Standard Drachenboote und 13 High Performance Small Racing Boote. Im Besonderen der Einsatz der neuen HP Boote macht uns stolz, denn diese Boote bringen einen neuen Anspruch in den Drachenbootsport. Diese Boote sind konstruktiv und technologisch ausgefeilt und erfüllen den hohen Ansprüche unserer Leistungssportler nach einem entsprechend modernen Sportgerät. Aber wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken. Fakt ist, dass unsere chinesischen Mitbewerber diesen Bootstyp zuerst auf dem Markt gebracht haben. Für uns war das aber eine Gelegenheit offensichtliche konstruktive Fehler an diesem bereits vorhandenen Boot zu erkennen und in unserem eigenen Produkt zu vermeiden. Außerdem gaben wir dem Boot neben einer konstruktiv perfekten Linienführung ein modernes sportlich rassiges Design. Die Feuertaufe erlebte dieses Boot auf der Deutschen Meisterschaft 2014 in Schwerin. Auch die Deutsche Meisterschaft 2015 in Brandenburg wird mit einem Bootspool der neuen HP Boote ausgestattet. In den USA werden diese Boote mittlerweile als Elite Boote bezeichnet.


2016
Das neue High Performance Dragon Boat ist zwischenzeitlich am Markt angekommen. Immer mehr leistungsorientierte Teams haben sich zum Kauf dieses neuen Sportgerätes entschieden. Für Teams, die beabsichtigen auf den großen nationalen und internationalen Meisterschaften vorne mitzufahren, ist es absolut erforderlich auch im richtigen Boot zu trainieren. Nur so können die erforderlichen Leistungsspitzen auch im alles entscheidenden Wettkampf abgerufen werden. Der DDV entschied sich in diesem Jahr ein weiteres Mal die Deutschen Meisterschaften in Schwerin auf einem von uns vermieteten Bootspool an HP Drachenbooten auszutragen. Gut, dass wir den Bootspool von 12 HP Drachenbooten noch vorgehalten haben und so die Veranstaltung absichern konnten. Bald muss hier aber eine andere tragfähige Lösung vom DDV und DKV erarbeitet werden, um die Ausstattung von Meisterschaften mit Booten zukünftig absichern zu können. Es gehört nicht zum Geschäftsmodell der BuK Drachenboote zu verleihen. Die Lagerung von 12 Booten über den Zeitraum eines ganzen Jahres ist für uns einfach nicht wirtschaftlich und außerdem ein echter Störfaktor in unseren logistischen Abläufen. Wir können das sicherlich noch eine Weile tun, aber dann sollten sich Modelle finden die für alle Beteiligten annehmbar sind.


2017

In diesem Jahr betrat die BuK GmbH neue Wege. Es wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Firma BuK und der chinesischen Firma Pei Sheng abgeschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es die Marke BuK auch in Asien weiter auszubauen.

So produziert nun die Firma PeiSheng in originalen BuK Formen, auf der Grundlage der BuK Fertigungstechnolie PS- BuK Drachenboote für den asiatischen Markt.

Den Sparfüchsen sei gesagt, es ist nicht vorgesehen, den europäischen Markt für diesen Bootstyp zu öffnen. Die BuK wird weiterhin aktiv den europäischen Markt mit originalen in Deutschland produzierten BuK Drachenbooten bedienen.

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Weiterhin  wurde die Innenschale des Standard Drachenbootes ( Modell 2017 )einem Facelifting unterzogen. Die Trommelstuhlposition wurde etwas tiefer gelegt und der Trommelstuhl erhielt eine neue Arretierung zum Boot. Auch die Entwässerung der Decksflächen wurde optimiert indem die Ablaufbohrungen im Rumpf vergrößert wurden. Alle anderen konstruktiven Merkmale der Innenschale als auch des Rumpfes blieben unangetastet. So ist der faire Einsatz der neuen Boote zusammen mit den Booten älterer Baureihen in einem Pool gewährleistet.

Geschäftsführer
Andreas Stankewitz
Geschäftsführer
Bernd Hocker
GeschäftsführerAndreas StankewitzGeschäftsführerBernd Hocker