Unsere regionalen Behörden wollen von mir eine Konformitätserklärung des Herstellers haben. Wieso finde ich diese nicht in meinem Handbuch ?
Das Internationale Racing Standard Dragon Boat ist eine internationale Bootsklasse die nicht unter die EG- Richtlinie für Sportboote 94/25/EG fällt. Somit kann auch keine entsprechende Konformitätserklärung ausgestellt werden.
Die EG- Richtlinie für Sportboote 94/25/EG sagt im Kapitel 12, Artikel1, Ziffer 3 sinngemäß aus:
Folgende Wasserfahrzeuge fallen nicht in den Geltungsbereich dieser Richtlinie :
- Rennboote, einschließlich Renn- und Trainingsruderboote, die vom Hersteller als solche gekennzeichnet sind. ( auf Drachenboote anwendbar)
- Kanus und Kajaks, Gondeln, Tretboote ( auf Drachenboote anwendbar)
- Segel- Surfbretter
- motorisierte Surfbretter, Jet- Skis, ähnliche Typen
Drachenboote sind Renn- und Trainingsboote, aber auch im Sinne dieser Richtlinie Kanus.
Die Forderung der regionalen Behörden nach dieser Konformitätserklärung basiert auf Unwissenheit! Ihr müsst die Behörden darüber aufklären um was für einen Bootstyp es sich handelt. Im Zweifelsfall müsst Ihr auf die EG- Richtlinie für Sportboote 94/25/EG , Kapitel 12, Artikel1, Ziffer 3 verweisen.
Gibt es einen optimalen Trimm für das Drachenboot?
Diese Frage gehört zu den schwierigsten Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Drachenbooten. Das Thema ist äußerst komplex und aussagekräftige Ergebnisauswertungen setzen eine proffesionelle , fast wissenschaftliche Arbeit voraus.
Es gibt zu diesem Thema natürlich auch die unterschiedlichsten Ansichten und letztendlich auch Erkenntnisse. Ich möchte mal versuchen, allgemein verständlich einige Aspekte diesesThemas zu erläutern.
Das Drachenboot wurde von uns so konstruiert, dass eine leichte Kopflastigkeit vorgegeben ist. Das haben wir dadurch erreicht, dass die mittlere Sitzbankposition vor der konstruktiven Mitte des Bootes platziert wurde. Hinzu kommt, dass der Gewichtsschwerpunkt eines in Leistungsposition sitzenden Paddlers vor der Sitzbank liegt.
Wir gehen davon aus, dass der Drachenbootsrumpf , bedingt durch seine konstruktiven Besonderheiten im Unterwasserbereich bei einer leichten Kopflastigkeit weniger Wiederstand hat. Je hecklastiger das Drachenboot wird, destso breiter wird die quer zur Fahrtrichtung aufstauende Welle vor dem Derachenboot.
Dieser Trimm ist jedoch auch sehr sensibel, da durch die Kopflastigkeit die längs zum Drachenboot ablaufende Bugwelle beeinflusst wird. Hier ist dann entscheidend, wie die beiden Schlagleute auf der ersten Sitzbank mit Ihrer individuellen Paddeltechnik mit dem Wellenberg fertig werden. Auch die Gefahr des Abtauchens und Wassernehmens über den Bug bei einem kopflasigen Trimm ist recht groß.
Trotzdem ist diese Trimmvariante für langsamere Laienteams die effektivere.
Wir haben über die Jahre hinweg beobachtet, dass gerade die leistungsorientierten Mannschaften, nach einem anfänglichen bewussten sehr stark kopflastigen Trimm wieder zu einem ausgewogenen Trimm, parallel zur KWL ( Konstruktionswasserlinie) , übergegangen sind. Das muss natürlich seine Gründe haben.
Sieht man sich das Unterwasserschiff eines Drachenbootes an, so fällt einem besonders der gewölbte Boden des Bodens auf. Diese Konstruktionsart verleiht dem Boot eine hohe Anfangsstabilität( Kippstabil im Ruhezustand) und macht das Boot tauglich für den Breitensport.
Es gibt aber auch einen Aspekt, den unsere historischen Drachenbootsbauer sicherlich nicht in Betracht gezogen haben. Das Boot fängt sich bei zunehmender Fahrt Luft zwischen seinen beiden Kielen ein. Diese Luft wird zwangsläufig vom Bug des Bootes zwischen den Kielen nach Achtern ( Heck) befördert. Je höher die Geschwindigkeit destso größer ist auch das Luftpolster. Dieses Luftpolster verringert den Wiederstand des Bootes im Wasser, das wiederum bedeutet mehr Geschwindigkeit. Ein unschlagbares Argument für einen ausgewogenen Trimm des Bootes parallel zur Konstruktionswasserlinie ( KWL).
Ein Laienteam wird diesen Effekt jedoch kaum nutzen können, denn es gehört ein absolut gleichmäßiger Lauf des Bootes bei High Speed dazu. Ein Stampfen des Bootes ( Wippen über die Querrachse) presst die Luft an den Kielen vorbei und führt zu Verwirbelungen im abfließenden Seitenwasser. Damit sind alle Vorteile zunichte.
Hier hilft nur ausprobieren, ausprobieren, vergleichen und selbst seine eigene goldene Linie finden.
Ein spannendes Thema mit einer Menge Diskusionspotenzial.
Kann ich ein Drachenboot während der Saison ständig im Wasser lassen?
Dies Frage müssen wir ganz eindringlich mit Nein beantworten.
Drachenboote sind Wettkampfboote, die keinen zusätzlichen Unterwasseranstrich haben.
Bei Sportbooten wird dieser Anstrich mehrschichtig sehr aufwendig aufgetragen und hilft zuverlässig gegen eine langsam zunehmende Feuchtigkeitsaufnahme des Materials und dem ebenfalls zunehmenden Bewuchs des Unterwasserschiffes.
Gegen eine Lagerung des Drachenbootes im Wasser, über einen ganzen Wettkampftag ist nichts einzuwenden. Die durch die Wasserlagerung aufgenommene Feuchtigkeit wird während der Trockenlagerung wieder abgegeben.
Ein zusätzlicher Schutz ist auch die von uns empfohlene einfache Beschichtung mit einer Acrylversiegelung. Siehe Artikel "Hochglanzversiegelung"
Wer sein Drachenboot jedoch trotzdem ständig im Wasser lagern will, muss ein entsprechendes Unterwasseranstrichsystem auftragen. Das Boot ist dann im Funbereich sicherlich uneingeschränkt nutzbar. Auf leistungsorientierte Wettkämpfe gehört es dann aber nicht !
Wir haben ständig Wasser in den Tanks und wissen nicht wie das Wasser eindringen kann.
Drachenboote werden in einer zweischaligen Bauweise hergestellt. Das heißt wir haben im Bug, im Heck, über den gesamten vertikalen Bordwandbereich und auch in den Kegeln unter den Sitzbänken Lufttanks.
Diese Tanks sind einerseits konstruktiv notwendig um dem Boot die erforderliche Verwindungssteifigkeit zu geben aber andererseits sind die Tanks auch für die Schwimmfähigkeit des Bootes, im Falle einer Kenterung erforderlich. Die in diesen Tanks immer vorhandene Luftfeuchtigkeit kondensiert an den Flächen und sammelt sich in den Hohlräumen. Wenn die Tanks nicht regelmäßig entwässert werden, fallen beachtliche Mengen Wasser an.
Es kann aber auch sein, dass die Dichtungen der Inspektionsdeckel und Ablasschrauben defekt sind oder nicht mehr vorhanden sind. Bei der Modellreihe 2005- 2008 ist eine Undichtigkeit auch an den schwarzen Griffschalen möglich. Hir muss geprüft werden, ob die Silikondichtung noch intakt ist. Eventuel muss nachgedichtet werden.
Eine mögliche undichte Stelle ist auch im Bereich der Kopf und Schwanzaufnahme möglich.
Hier sollte überprüft werden, ob es zu Rissbildungen im Laminat gekommen ist, bzw. ob die Bohrung für den Befestigungsstift der Adapter geschlossen ist.
Eine häufige Annahme, dass das Wasser unter den Decksleisten eindringen kann, ist falsch. Rumpfinnen- und Aussenschale sind in diesem Bereich über eine abgewinkelte flächige starre Verklebung berbunden worden. Zusätzlich werden die Decksleisten mit einem dauerelastischen Kleber auf die entsprechende Verbindungstelle geklebt. Ein Eindringen von Wasser ist hier ausgeschlossen.
Zu Überprüfen ist besonders auch das Unterwasserschiff. Beschädigungen in diesem Bereich, können Leckagen sein. Zu Überprüfen ist das ganz einfach. Wenn das Boot auf dem Trockenen steht und diese Stellen näßen oder tropfen, kann man davon ausgehen ein Loch im Rumpf zu haben.
Feine Harrrisse in der Innenschale , besonders im Bereich der Kegel/ Fußstützen sind kein Grund zur Beunruhigung. Diese Riße können im Laufe Einsatzzeit auftreten, da das Drachenboot im Ganzen flexibel ist. Die glasfaserverstärkte Struktur ist äußerst flexibel und nimmt auch im härtesten Einsatz Spannungsspitzen sicher auf. Die äußere Feinschicht, das ist die pigmentierte farbgebende und schützende Oberfläche des Laminats dagegen ist eine Reinharzschicht und daher sehr hart und steif. Bei auftretenden Spannungsspitzen kann es hier zu ganz feinen, eigentlich nicht sichtbaren Harrissen in dieser äußeren 0,4- 0,6 mm dicken Schicht kommen. Erst nach einiger Zeit, wenn etwas Schmutz in den Riss eingedrungen ist, wird er sichtbar. Das einzige was man hier machen kann, ist das Auftragen von Wachs um den Feuchtigkeitseinfluss so gering wie möglich zu halten.
Eine Undichtigkeit entsteht an diesen Punkten definitiv nicht.
Eine Reparatur ist vergebene Mühe, da die Rissse an solchen Stellen immer wieder auftauchen.
Wie kann ich für mich die optimale Paddellänge festlegen.
Welche Paddellängen sind zulässig.
Die optimale Paddellänge ist eine ganz individuelle Einstellung. Man kann hier keine Formel oder Regel zur Anwendung bringen die ein verlässliches Verhältniss zwischen Körpergröße und Paddelänge herstellt.
Die von den Dachverbänden reglementierte Paddellänge ist zwischen 1,05 m und 1,30 m definiert.
In Abhängigkeit von Körpergröße, Armlänge und natürlich Paddeltechnik ergibt sich eine individuelle gefüllte optimale Längeneinstellung. Diese findet man nur durch Ausprobieren.
Sollten Paddelsätze für die Allgemeinheit im Funbereich bereitgestellt werden, empfehlen wir eine Länge von 1,25 m. Mit dieser Paddellänge kommen alle Laien recht gut klar.
Eine Mischung der bereitzustellenden Paddel wäre natürlich in unserem Sinn. Wir verkaufen dann mehr Paddel, aber die Erfahrung zeigt, dass dann man zu viele Paddel vorhalten muss, um jeden Wunsch erfüllen zu können.
Die Fußstützen in unserem Drachenboot sind teilweise komplett durchgeschliffen. Kann man da etwas gegen machen?
Wir können da nur sagen: " währed den Anfängen".
Drachenboote sind Sportgeräte, die mit geigneten Schuhwerk betreten werden müssen.
Gerade im Funbereich ist es häufig zu beobachten, dass Drachenboote mit Turnschuhen betreten werden, die vor dem noch auf einem feinen Kiesweg zum Einsatz kamen. Wen wundert es dann, wenn die profilierten Schuhsohlen dann den Kies in die Boote schleppen. Man kann dem Bootsmaterial nichts schlimmeres antun.
Was ist also zu beachten..........
Punkt 1 : Landungsbereiche müssen sauber und vor allem Kiesfrei sein. ( In problematischen Zonen helfen hier Holzroste, Gummimatten oder alte Teppiche.
Punkt 2 : Sollten normale Sportschuhe getragen werden, muss das Schuhsohlenprofil darauf kontrolliert werden ob Steine im Profil stecken.
Punkt 3 : aktive Drachenbootteams sollten das Tragen von Neoprenschuhen im Boot zur Pflicht machen. Das schützt nicht nur das Boot sondern gibt gleichzeitig optimale Rutschsicherheit.
Wenn man diese Punkte beachtet, spart man auch Zeit beim Saubermachen des Bootes. Es reicht dann ein Schwamm zum Entfernen von Wasser.
Gegen bereits durchgeschliffene Fußstützen hilft nur eine entsprechende Reparatur in der eine GFK Verschleißkappe auf die Fußstützen geklebt wird. ( Kann bei uns bestellt werden) oder man laminiert selbst mit "bordeigenen Mitteln" direkt vor Ort ein neues Laminat auf die defekte Stelle.